Zwischen Ideal und Wirklichkeit
00:00:05: Du hörst den Gutshausport.
00:00:07: Geschichten
00:00:07: aus Denkmal geschützten
00:00:09: Gebäuden in Deutschland, Menschen und
00:00:12: ihre Häuser zwischen Ideal-
00:00:14: und Wirklichkeit.
00:00:15: Eine Podcastserie von Ralf und Tobias.
00:00:24: Für diese Episode sind wir zum Denk mal Rettercamp der Jugendbauhütten einem bemerkenswerten Projekt der deutschen Stiftung Denkmalschutz gefahren.
00:00:31: Wer auf Kramers Gut fährt, der sieht nicht nur bröckelne Fachwerkfassade über hauptalte Gebäude.
00:00:37: Sondern er sieht auch ganz viel Arbeit!
00:00:39: Wir stehen vor einem vierhundert Jahre alten Gutshof innerstädtischen Gutshoff.
00:00:43: Erzähl mal wo wir sind?
00:00:44: Wir sind nach Helmstedt gefahren und wollen herausfinden was es eigentlich genau bedeutet ein Gutsgebäude, einen Denkmal praktisch zu erhalten.
00:00:54: Und da haben wir hier ein Musterbeispiel.
00:00:56: denn hier Ich weiß gar nicht.
00:00:57: Hundertfünfzig Leute aktiv pro Woche, gerade tätig um dieses Haus in eine neue Zukunft zu bringen.
00:01:04: Wir gucken mal rein!
00:01:13: Schön dass du da bist.
00:01:16: Bin reil.
00:01:17: Ich bin Melina, willkommen auf Kramas Gut einem der ältesten Gebäude von Niedersachsen.
00:01:24: ihr seht schon wir haben viel zu tun und ich würde euch gerne zeigen was wir hier so machen.
00:01:29: Ja, und ich glaube die schiere Fläche erklärt warum wir hundertfünfzig Leute pro Woche hier beschäftigen können.
00:01:35: Und sehr viele engagierte Leute von direkt aus der Stadt aus Helmstedt.
00:01:40: Willst du uns die Anlage mal zeigen?
00:01:41: Sehr gerne!
00:01:42: Wir starten beim Q-Style.
00:01:46: Das Denkmale der Köln ist ja nach der Flut im Ahrtal entstanden.
00:01:50: das heißt dort haben wir drei Jahre in Folge haben wir dort denkmalige rettet Flutschäden behoben Und so stand letztes Jahr die Frage im Raum, wie führen wir das weiter?
00:02:01: Da das keine Option mehr war wieder ins Aalteil zu gehen weil wir da auch keine geeigneten Baustellen mehr hatten haben wir hin und her überlegt.
00:02:10: Wir wollen dieses Format unbedingt fortsetzen und brauchen natürlich einen neuen Ort dafür.
00:02:15: Dann kristallisierte sich relativ schnell Helmstedt heraus.
00:02:20: Objekt haben, dass architekturhistorisch und denkmalpflegerisch sehr interessant ist.
00:02:25: Wir haben gemischte Bausubstanz vom XV bis ins XIX Jahrhundert sehr wertvoll einzigartig in Niedersachsen.
00:02:32: Und gleichzeitig haben wir eine sehr engagierte Stadtgesellschaft – das haben wir vorhin in den Gesprächen ja auch schon gesehen – die hier extrem rürrig und engagiert ist sich sehr einsetzt.
00:02:44: So etwas brauchen wir immer.
00:02:45: Wir brauchen immer engagierte Partner vor
00:02:47: Ort.".
00:02:48: Denkmalschutz ganz konkret bedeutet für mich, dass die Realität in der ich mich täglich bewege und die wir ja gerne für selbstverständlich halten.
00:02:57: Die bekommen sozusagen einen doppelten Boden weil ich spüre das die Dinge nicht immer so waren wie sie heute sind Und die Denkmale sind die Orte an denen ich das konkret erfahren kann.
00:03:07: Deswegen ist es jenseits des Handwerklichen Das ist ganz enorm wichtig Weil daraus besteht die Denkmalpflege aber das ist sozusagen Die geistige und kulturelle Dimension
00:03:18: würde ich mal nennen.
00:03:30: Ich bin vom Bauamt Stadtentwicklung, meine Funktion hauptsächlich ist für Kramers Gut.
00:03:35: deswegen bin ich hier auch abgestellt und eingestellt.
00:03:39: Meine Zuständigkeit betrifft die Ausarbeitung, die Umsetzung der handwerklichen Tätigkeiten, die Überwachung der Baufirmen damit hier alles denkmalgerecht und auch fachlich richtig funktioniert abgearbeitet wird.
00:03:54: Aus dem Handwerksbereich bin ich ein Meister, handwerksmeister.
00:03:57: thirty-five Jahre lang Bauleiter gewesen auf große Baustellen.
00:04:02: Die Stadt hat es dann angeschaut festgestellt das ist das älteste Gut der Stadt ist Das ältste Gebäude von vierzehn und hundertfünfzehnt also sehr alt Und Denkmalgeschritte und man hat das gekauft um es nicht verfallen zu lassen.
00:04:17: Es wäre viel viel zu schade.
00:04:18: Es ist ja ein riesiges Stück Geschichte von Helmstedt was man nicht vergessen darf.
00:04:21: Im Prinzip fehlt so ein Ort, wo die Einwohner von Helmstedt auch zusammenkommen können mit zum Beispiel den Freiwilligen der Jungbauhütte in Kontakt zu treten.
00:04:32: Um da festzustellen was machen sie denn überhaupt?
00:04:35: Die investieren ja einen Jahr freiwilliger Arbeit für Denkmalgeschütze Gebäude oder was auch immer alltaktiemlich ist.
00:04:43: das ist schon beachtenswert und es ist wirklich eine Freude zu sehen wenn die hier alle sind und arbeiten oder an anderen Gebäuden arbeiten, dass da so viel Motivation und Energie reingeht.
00:04:53: Das ist unglaublich!
00:04:54: Die ganze Anlage wird in Etappen abgearbeitet.
00:04:57: ich denke mal tatsächlich realistisch sind zwölf Jahre mindestens über.
00:05:02: Ich will versuchen vor meiner Rente mit dem allen durch zu sein um das auch zu sehen wenn es fertig ist und auch mit Nutznieser zu sein.
00:05:11: Hallo Hano
00:05:12: Moin!
00:05:13: Wir haben schon gerade erfahren, du kennst dich hier am besten aus mit der gesamten Situation auf der Baustelle.
00:05:19: Was sind hier die großen Herausforderungen?
00:05:21: Die großen Herausforderung ist, dass man zusehen muss, dass die Leute das Material zum richtigen Zeitpunkt an dem richtigen Ort haben und dass es immer schön Platz ist, da hinzukommen zu den Baustellen mit dem Lieferfahrzeug oder mit dem Container oder mit den Schubkanen usw.. Eine Lieblingsbaustelle ist definitiv die Renaissance Reihe, weil das einfach total schöne alte Häuser sind.
00:05:46: Die ganz viele Baugeschichte zeigen... ...die sind ja hier hofseitig doch relativ schlicht.
00:05:53: auf der Straßenseite sind die nochmal viel komplexer und viel geschmückter auch.
00:05:59: aber eigentlich ist es das Ensemble was es ausmacht also diese Komplexität Die ganze Baugeschichte, die hier so hintersteckt.
00:06:09: Also man kann ja die letzten vierhundert Jahre Bauggeschichte hier auf diesem Grundstück einfach komplett erfassen.
00:06:15: Wir könnten tatsächlich aufs Gerüst hoch.
00:06:17: Da ist nämlich eine Stelle, die es wirklich speziell insofern als das ein irrsinnig großer Balken drin verbaut ist Und der gerade gestern vom Bau-Historiker untersucht wurde oder begutachtet wurde Und wir dann in der großen Runde mit den Freiwilligen zusammen einfach überlegt haben, woran liegt das?
00:06:36: Dass er so ein großer Balkengründer ist.
00:06:38: Der ist sechzig auf forty-fünf Zentimeter im Querschnitt und sieben Meter lang hat also ungefähr anderthalb Tonnen Gewicht im trockenen Zustand Eiche und dann halt einfach mal auf drei Meter Höhe da schon beachtlich.
00:06:51: Ist aber bautseitlich!
00:06:53: Ja, dieser Balken ist wirklich sehr imposant mit sieben Metern Länge Ungefähr Gewicht von ein bis zwei Tonnen im heilen Zustand getrocknet.
00:07:04: Im Zweites Fall war der auch damals am Einbau noch nass, das heißt vielleicht so zwei Tonne und den dann halt ohne technische Hilfsmittel die wir heute haben, denen hier auf drei Meter Höhe zu befördern muss schon einen Grund gehabt haben.
00:07:16: also es macht man nicht immer so aus Spaß weil man gerade einen Balken gehört.
00:07:19: Der hat eine Dimension aus dem man hält locker vier Balken schneiden können.
00:07:24: Aber man muss halt wirklich immer bei jedem Balken eine einzelne Lösung finden und das macht ja das Ganze auch spannend.
00:07:31: Also wir sind hier nicht im Neubau, man kann das hier nicht auf dem Reisbrett machen.
00:07:35: es kommen nicht über eine Maschine die das CNC gefräst irgendwelche Zapfenverbindungen macht sondern alle Zapfen sind unterschiedlich.
00:07:41: alle Balken haben ein anderes Maß jedes Zapfelochen muss entsprechend auch ein anderes Mars haben.
00:07:46: deswegen ist hier ganz viel Messen gucken anreißen und handwerkliches bearbeiten Und das macht den Reiz ja auch einfach eine Denkmalpflege aus.
00:07:55: Aber ist es hier die kritischste Stelle in dem ganzen Areal oder gibt's hier noch andere?
00:08:00: Ich
00:08:01: würde sagen, ja!
00:08:02: Also von dem Areal.
00:08:04: was jetzt wirklich dem Kern-Gutshof gehört, ist diese Speichereihe und insbesondere dieses Gebäude – das problematischste oder einsturzgefährtes, kann man sagen.
00:08:15: Ja und deswegen ist es halt total wertvoll dass wir da jetzt beigehen.
00:08:19: Noch kann man da was retten.
00:08:20: So, fünf Jahre weiter vielleicht nicht mehr.
00:08:29: Du selber kommst aber auch aus der Jugendbauhütte?
00:08:32: Erzähl doch noch mal ganz kurz wie du dazu gekommen bist!
00:08:35: Ich bin zu den Jugendbohüten durch Zufall gekommen.
00:08:39: ich habe den Flyer am Zahnarzt gefunden und mir dann gedacht, das klingt total cool wir machen handwerkliche Sachen und es hat mich so mitgenommen und begeistert dass Ja, es lässt mich halt nicht los irgendwie.
00:08:52: Ich find's immer noch fantastisch!
00:08:53: Und die Begeisterung spürt man ja hier auch?
00:08:55: Die gibst du jetzt auch weiter?
00:08:56: Du lernst hier Leute an...
00:08:58: Genau ich darf die Baustelle leiten und mir überlegen wie wir das am besten machen und wenn Menschen quasi meine Freiwilligen dann sind, dann zeige ich denen wie das gemacht wird und warum mit welchen Techniken und wie man die Probleme, die man so findet dann damit lösen
00:09:19: kann.
00:09:20: Wir sind ja freiwillig heute hier.
00:09:22: Wir finden es mal in Deine Werkstatt nehmen?
00:09:23: Sehr gerne!
00:09:24: Man kann hier außen schon sehen was wir ausgebaut haben.
00:09:26: Die mit USB-Platten verschlossenen Fenster sind die, die wir schon rausgenommen haben.
00:09:31: Dann kommt gerne rein.
00:09:37: Das ist der Glasbereich.
00:09:39: Mein Reich ist das Und hier ist das Strohlager für die Leute, die dann Lehmwickel machen.
00:09:48: Das ist toll, gell?
00:09:50: Und hier ist unsere wirklich sehr gut ausgestattete Werkstatt!
00:09:55: Wir haben so gut wie alles Maschinen... Dann haben wir sehr schön sortiert.
00:10:01: Handmaschinen und diese Box da ist für die Fenster, die wir ausgebaut haben.
00:10:06: Da ist an der Farbe Blei dran und wir legen die in diese Box, machen sie zu und können daran quasi arbeiten ohne den Vollschutz gehen zu müssen und haben dann so eine Absaugung mit dran.
00:10:17: Und ja, das ist ganz praktisch!
00:10:20: Aber habt ihr sie jetzt extra hier eingerichtet?
00:10:23: Die Werkstatt war schon von den Jungbau-Hütten, die hier gerade schon vorher gearbeitet haben und auch später noch weiter daran arbeiten werden.
00:10:30: Wir dürfen die quasi mit nutzen was ein totaler Luxus ist.
00:10:34: Simon wo kommt es alles her?
00:10:36: Habt ihr einen großen Fundus in der Stiftung?
00:10:38: Nein,
00:10:39: das is Spenden von
00:10:40: dem Ziel.
00:10:41: Das lebt alles vom Engagement unserer Förderinnen und Förderer.
00:10:45: Die stellen die Mittel dazu zur Verfügung und dafür sind wir sehr dankbar natürlich.
00:10:56: Das ist der Raum, in dem die Fenster gestrichen und verglasst werden Und gerade verkitten wird zusammen und glasend ein und das haben den Freiwilliger nicht zusammengemacht.
00:11:07: und ja... ...die lernen enorm schnell!
00:11:09: Das ist so toll mit den Freibilligen zu arbeiten Die sind so interessiert und möchten das lernen, möchten das wissen.
00:11:17: Und ich möchte es auch gerne weitergeben!
00:11:20: Das macht unglaublich viel Spaß zumal das total schön ist wenn man ihnen das erklärt und die das dann hinkriegen und dass ein Ergebnis ist was jemand der aus gelernt hat auch hinkregen würde.
00:11:34: Sehr, sehr wertvoll.
00:11:35: Da
00:11:35: ist ja nicht Lust, diese eine Scheibe zusammen einzuzubinden?
00:11:37: Ja deswegen!
00:11:38: Ich habe extra noch eine raus gelassen... dass wenn jemand Lust
00:11:42: hätte
00:11:44: ich mir so auch probierst.
00:11:48: Genau
00:11:49: man macht das so.
00:11:50: Ich hab jetzt hier quasi schon ein Kitt vorgelegt.
00:11:53: Man protzt den hier in die Falz rein und zieht das mit einem Kittmesser ab.
00:12:00: Das ist nicht scharf aber es schneidet halt den Kitt.
00:12:03: Ja, du bist da jetzt natürlich sehr offensiv würde ich sagen.
00:12:08: Also weil Glas bricht ja sehr schnell.
00:12:12: Ich
00:12:13: gehe halt immer ganz vorsichtig rum also ich drücke halt immer so um und macht es halt irgendwie...also ich drück nie an einer Stelle zu sehr damit's eben nicht bricht weil das kann halt sehr schnell passieren.
00:12:28: tatsächlich ist Glas schon ziemlich stabil.
00:12:33: Man muss halt bei den Ecken aufpassen, weil sich die Spannungen sammeln kann.
00:12:38: Aber wenn man die Ecken so gegenüber macht und wenn man nicht genau in die Mitte Druck aufbringt ... Dann hat man quasi keine Chance, das kaputt zu machen.
00:12:46: Ich finde es ganz wichtig, dass sie sich da keine Vorwürfe machen, wenn was kaputt geht, weil's einfach menschlich ist.
00:12:54: Und es ist halt so, dass hier freiwillige Menschen arbeiten Die lernen das noch, die machen es zum ersten Mal im Leben.
00:13:01: Haben die Wobbenglas in der Hand und dafür machen sie das unfassbar
00:13:05: gut.
00:13:12: Also unterschiedlich!
00:13:13: Wir haben ganz viele Farbschichten und die sind auch miteinander im Prinzip verschmolzen über die Jahre Und man sieht auch dass die Tür umgebaut wurde.
00:13:21: Hier vorne sieht man, dass der Teil eigentlich nie dem Wetter ausgesetzt war sondern eher so ein bisschen klamm war.
00:13:27: Deswegen ist das so ein bißchen gammelig.
00:13:29: Das ersetzen wir auch noch.
00:13:33: In der ersten Woche haben die Freiwilligen so kleine Fenste angelegt und wirklich mit dem Skalpell Schicht für Schicht runtergenommen, um zu sehen welche Befunde wir da haben.
00:13:41: Die untere Denkmalschutzbehörde war regelmäßig da, hat das geprüft.
00:13:45: wie geht es weiter?
00:13:45: Wie dokumentieren wir das?
00:13:47: Das gleicht man dann mit einem NCS-Fahrzeicher ab und dann hat man im Prinzip am Ende die Originalfarbe Und ihr müsst euch vorstellen Das ist viel, viel bunter gewesen.
00:13:56: Ich finde auf jeden Fall von ... Man sieht halt wie man vorankommt das Stück für Stück immer mehr des Holz
00:14:02: rauskommt und es macht auch Spaß.
00:14:04: Und du hast auch an den Fenstern hier schon gearbeitet?
00:14:07: Ja genau.
00:14:07: Da ist man doch bestimmt stolz wenn man für die nächsten weiß ich nicht hundert Jahre oder fünfzig Jahre Arbeit
00:14:12: getan hat.
00:14:12: Wenn man dann wieder vorbei geht an dem Gebäude
00:14:14: dann erinnert
00:14:15: man sich dran zurück und
00:14:17: ja
00:14:17: toll
00:14:18: was ist für dich das besondere an Denkmalflege in dem Handwerk?
00:14:22: Naja, einfach dass wir unsere kulturellen Baudenkmäler erhalten können.
00:14:27: Das ist einfach was das mich auch sehr mit stolz erfüllt.
00:14:29: also wenn ich dazu beitragen
00:14:31: kann,
00:14:32: dass nicht alles
00:14:33: überall auf der Welt gleich
00:14:34: aussieht weil es so in diesem modernen Stil gebaut ist sondern mit der Region verwurzelt ist.
00:14:39: Das schon eine schöne Arbeit!
00:14:41: Was macht es mir dir die Tür hier zu bearbeiten?
00:14:44: Naja... Vier und hundert Jahre wird sie doch mindestens sein.
00:14:48: Du bist einer davon auf dem Geschichtsschrank.
00:14:50: Ja,
00:14:50: das stimmt!
00:14:51: Ich bin einer von vielen... Also das was wir jetzt machen ist ja auch eine nachhaltige Arbeit.
00:14:56: also es wird keine neue Tür gebaut die dann wieder CO-Zwei verursachen würde sondern man kann jetzt die Farbe abnehmen mit Leinöl neu streichen und dann in hundert Jahren kann's wieder genauso gemacht werden.
00:15:08: Also eigentlich ein Ding quasi für die Ewigkeit.
00:15:13: Hallo!
00:15:14: Hi Tobias!
00:15:16: Johann!
00:15:17: Bin reif!
00:15:19: Joann, du bist hier freiwillig.
00:15:21: Erzähl doch mal was machst du hier?
00:15:24: Also ich hab Schmieden zu Hause schon ein bisschen gelernt in der Museumsschmiede aber nur hobbymäßig.
00:15:30: also jetzt das ist zum Fall quasi dass sich da schon so ein bisschen kann und dann hier mitmachen kann.
00:15:35: Aber ansonsten auch was Lebenarbeiten angeht maure arbeiten alles mögliche Was ich sonst auch mache habe ich vorher noch gar nicht gemacht Und macht dann hier zum ersten Mal.
00:15:44: aber möchte jetzt auch eine Metallbausbildung machen.
00:15:58: Ist es n Haken geworden?
00:16:01: Genau
00:16:02: Du kannst ihn jetzt schon anfassen.
00:16:04: Also, ich bin wirklich überrascht.
00:16:05: Genau!
00:16:06: Jetzt habe ich ihn abgekühlt und dann zieht er sich auch wieder ein bisschen zusammen bei Wärme.
00:16:09: Den dillentest du hier aus?
00:16:11: Und dann geht es ja auch wieder gut raus.
00:16:17: Bist du zufrieden?
00:16:20: Ja ist halt ein Haken.
00:16:21: Eigentlich sollte das in der Mitte sein.
00:16:23: Es lag an verschiedenen Sachen die nicht so gut gelaufen sind.
00:16:27: Ich kann auch noch ein bisschen richten.
00:16:29: Aber im Realfall sollte das hier sehr mittig sitzen.
00:16:33: Das ging gerade einfach nicht... dass ich auch schief hatte.
00:16:36: Das
00:16:37: sieht super aus, richtig toll!
00:16:41: Also ich find es Wahnsinn wenn ich von so einem Fachwerkhaus stehe und das ist sechs, siebenhundert Jahre alt, das denke ich gibt's einfach nicht mehr.
00:16:50: Ja das finde ich wahnsinnig beeindruckend.
00:16:52: diese Wertigkeit dahinter und natürlich die Handwerkskunst.
00:16:55: So ein geschmiedeter Nage ist einfach was anderes als eine Drahtnage aus dem Baumarkt.
00:16:58: Jetzt kann man mich vergleichen.
00:17:02: Ich habe so viele tolle Leute kennengelernt ganz egal ob Anleitende oder andere FS-Sortler innen.
00:17:07: Es ist einfach super, sich mit so vielen Erfahrungen... Ja.
00:17:10: So viele Erfahrungswerte mitzunehmen und natürlich auch viele einfach tolle Leute kennenzulernen.
00:17:15: Auch ganz unabhängig vom Handwerk.
00:17:17: Also es hat mir sehr viel gegeben.
00:17:21: Und die Jugendbauhütte hat ja nicht nur den Wert dass man am Denkmal arbeitet sondern wahrscheinlich auch weil es eine schöne Community ist.
00:17:28: Das auf jeden Fall!
00:17:28: Ich
00:17:29: habe Freunde fürs Leben gefunden in der
00:17:30: Jugendbau-Hütte also als ich noch mein Effekt dort gemacht hab.
00:17:36: Das ist auch das, was so ein bisschen süchtig macht.
00:17:37: Man kann nicht... Also, das ist wirklich so toll und bin so happy!
00:17:42: Das hat echt mein ganzes Leben verändert.
00:17:50: Hey also jetzt haben wir euch Kramas gut gezeigt.
00:17:52: aber hundertfünfzig Leute müssen ja auch irgendwo unterkommen.
00:17:56: Wir fahren jetzt gemeinsam ins Freibad und gucken uns an wie wir dort
00:17:59: kämpfen.
00:18:23: So
00:18:24: willkommen in unserem Camp.
00:18:26: die etwas andere Deckmalretter-Seite.
00:18:30: Ja, wir müssen hundertfünfzig Leute beziehungsweise zweihundert versorgen mit Essen, Schlafen und natürlich auch ein paar kleinen Gimmicks wie Hängematten.
00:18:40: Und was könnte ein besserer Ort sein als ein Freibad dafür?
00:18:43: Übrigens ebenfalls Denkergeschützt!
00:18:46: Als wir überlegt haben dieses Projekt zu starten kam aus der Stadtgesellschaft sofort Support.
00:18:52: nicht nur das die... dass die Leute aus dem Amt da total gut darauf reagiert haben, auch die lokale Bevölkerung hat sich total abgeholt gefühlt.
00:19:01: Unter anderem hier der Förderverein dieses Schwimmbades und die haben gesagt klar macht das hier!
00:19:06: Unser Schwimmbad ist denkmal geschützt aus den fünftiger Jahren.
00:19:10: ihr könnt hier schwimmen wir haben euch auf dem Gelände es einfach eine Win-win Situation für alle Und die Leute sprechen uns an.
00:19:17: Hey, was ist das hier?
00:19:18: Was tut ihr
00:19:19: hier?".
00:19:20: Die lokale Bevölkerung abzuholen ist ja die andere Baustelle, die man irgendwie wuppen muss und dadurch dass alles sehr nahebar ist und die Leute auch proaktiv ansprechen gelingt uns das hier hervorragend.
00:19:32: Einmal hinter dir geguckt.
00:19:34: Man könnte reinspringen.
00:19:35: ganz ehrlich!
00:19:36: Wir machen
00:19:36: es den Abend und jeden Morgen Team-Meeting kein Witz.
00:19:39: Sechs Uhr dreißig findet im Becken statt.
00:19:42: Mit Synchronschwimmen?
00:19:43: Ja,
00:19:43: haben wir schon probiert!
00:19:44: Wir hatten gestern Flossen und Wasserball- und Tauchwettbewerb.
00:19:50: Also besser geht es nicht, das ist wirklich ein Traum.
00:19:54: Jetzt würde mich mal interessieren wenn man jetzt diesen Beitrag gesehen hat und jetzt große Lust hat mitzumachen.
00:19:59: ihr werdet ja wahrscheinlich nicht nur hier einsetzen haben sondern überall.
00:20:02: wie kommt man da auf euch zu?
00:20:04: Meinst du jetzt als Erwachsener oder als junger Manager?
00:20:07: Ich glaube wir werden ja ein großes Publikum ansprechen.
00:20:11: Schreibt man euch da einfach an, oder...?
00:20:14: Also wenn man zwischen sechzehn und sechsundzwanzig ist schreibt man uns eine E-Mail idealerweise gleich mit einer Bewerbung.
00:20:22: Dann kommt man ziemlich zügig in die Jugendbauhütten.
00:20:25: Als erwachsene Person darf man sich das gerne angucken und sich informieren, wir geben da auch gerne Auskunft aber haben leider bisher kein Konzept wo wir auch Erwachsene Denkmalretter irgendwie mit tragen können.
00:20:38: Aber den Impuls kriegen wir sehr häufig.
00:20:40: also eine Rentner-Jugendbauhüte ist immer ein sehr großer Wunsch
00:20:43: Und Fachleute?
00:20:46: Dafür gibt es natürlich wieder einen anderen Bedarf.
00:20:49: Wir haben immer Bedarf an kompetenten Menschen, die aber auch wirklich pädagogisch fit sein müssen.
00:20:56: Die bewerben sich idealerweise direkt bei uns, landen dann bei mir oder beim Chef und fangen dann irgendwie an hier zu arbeiten bei uns.
00:21:06: Sag doch nochmal die Website wo man das alles findet www.denkmalschutz.de
00:21:10: Das ist die Seite der Stiftung und die Jugendbauhütten findet man direkt über die Südkleiste.
00:21:26: Wir haben heute viel über Fachwerk erfahren, über historische Bausubstanz und was es bedeutet sie zu erhalten.
00:21:33: aber eigentlich ging es uns um etwas anderes.
00:21:36: Es ging auch um die Menschen dahinter junge Menschen denen es irgendwie unter den Nägeln brennt hier was zu machen und was das bedeutet für Sie hier Hand anzulegen.
00:21:46: Und es bedeutet eigentlich nicht nur für die Leute, was hier Hand anzulegen.
00:21:49: Denn so ein Denkmal rettet sich nicht selbst!
00:21:51: Es braucht genau diese Menschen, die an die Zukunft dieser Denkmale glauben und sie entwickeln.